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28-10-08

Emil Duborg:Schulmeister, Heimatdichter und Hobby-Archäologe

 


Text und Foto: Lothar Neinass

Feierlich bei Fackelschein wurde am 15. Oktober 1991 ein Findling mit der Schrift »Emil Duborg Heimatdichter 1878 – 1972« auf dem Berliner Platz vor dem Bismarck-Turm enthüllt. Wenn man heute Aumühler fragt, wer Emil Duborg war, zucken die meisten die Schultern. Einige wissen noch, dass gegenüber vom Berliner Platz die Duborgstraße liegt, und dass es eine weitere nach dem Heimatdichter benannte Straße, die Emil-Duborg-Kehre, in Kröppelshagen gibt. Doch wer war Emil Duborg? Emil Duborg wurde am 2. März 1878 in Harburg geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Wandsbek. In Hamburg studierte er und wurde Lehrer, 1901 kam Emil Duborg als »Königlicher
Regierungskommissar« an die  Dassendorfer Schule. Am 1. Oktober 1903 übernahm er die einklassige Dorfschule in Kröppelshagen. Für den Unterricht der rund 60 Schüler erhielt er im Jahr ein Gehalt von 1.200 Mark. Er war in zwischen zum »Regierungs-provisor« befördert worden. 1904 heiratete er die Bauerntochter Alwine Haack aus Dassendorf. Bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1939 blieb Emil Duborg, ausgenommen eine kurze Zeit als Soldat im 1. Weltkrieg, Lehrer in Kröppelshagen.

Emil Duborgs besonderes Interesse galt der Archäologie, er war ein bekannter Sammler vorgeschichtlicher Funde und konnte diese Begeisterung an seine Schüler weitergeben. Unendlich viele Funde in der Dassendorfer, Aumühler und Kröppelshagener Feldmark aus der Zeit von 8000 bis 7000 v. Chr. wurden nach einer Ausstellung in der Kröppelshagener Schule den Museen in Ratzeburg, Gottorf und Hamburg zur Verfügung gestellt.

Einige wertvolle Teile befinden sich auch im Gemeinde-Archiv im Aumühler Bismarck-Turm. Darüber hinaus fand Emil Duborg noch Zeit, plattdeutsche und hochdeutsche Gedichte und Lieder zu schreiben, die in elf kleinen Bändchen von verschiedenen Verlagen veröffentlicht worden sind. Die Gemeinde Kröppelshagen verlieh Emil Duborg am 2. März 1954 das »Ehrenbürgerrecht«.
Nach seiner Pensionierung lebten Alwine und Emil Duborg noch einige Jahre in Kröppelshagen, bis sie 1945 in Aumühle in der Gärtnerstraße ein neues Zuhause fanden.

Aber von Ruhestand konnte keine Rede sein. Emil Duborg half in den schwierigen Nachkriegsjahren der Schule, sammelte weiterhin historische Fundstücke und gründete einen gemischten Chor für Jugendliche und Erwachsene. In dem Chor sangen auch Ilse Niemeier-Reinert und Heike Husmann, geb. Weide, die sich dafür einsetzten, dass auf dem Platz vor dem Bismarck-Turm der Gedenkstein aufgestellt wurde. Die Gemeinden Aumühle, Dassendorf und Kröppelshagen übernahmen die Finanzierung.
Emil Duborg s tarb 1972 im 91. Lebensjahr. Seine Ehefrau starb bereits im Januar 1952. Beide haben ihre letzte Ruhestätte auf dem Aumühler Friedhof.



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