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10-06-10

Bürgermeister Engelmann: Ein rückblickendes Gespräch

 


Wolfgang Engelmann hat immer zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger gehandelt. »Wir sind alle viel zu klein, dass jeder nur für sich denken kann.« Foto: Inga Kronfeld

Mölln (ik) – Vor zwölf Jahren wählten die Möllner Bürgermeister schon einmal einen neuen Bürgermeister: Wolfgang Engelmann. Ein Mann, der nicht aus Mölln kam und sich trotzdem gegen zwei Einheimische durchsetzte. Die Freude darüber war bei dem Diplom-Verwaltungswirt Engelmann groß. »Ich habe mich riesig gefreut, gegen zwei Einheimische die Wahl gewonnen zu haben. Das habe ich damals nicht für möglich gehalten«, und die Freude ist die ganzen Jahre hindurch geblieben, denn heute sagt Engelmann über die vergangenen zwölf positiven und erfolgreichen Jahre: »Es gibt keinen schöneren Job als in solch einer Kleinstadt.

Viele Projekte wurden realisiert, auch solche mit hartem politischem Widerstand. Ich habe nie polarisiert, sondern immer integriert.« Die schwerste Zeit war die Krankenhausfusion der DRK-Krankenhäuser Mölln – Ratzeburg. Für Engelmann »der richtige Schritt.« Ein weiterer richtiger Schritt war die Gründung der Vereinigten Stadtwerke, die noch vor der Liberalisierung des Energiemarktes gegründet wurden. Heute ist es »ein kommunaler Energieversorger, der sich sehen lassen kann«, so Engelmann. Doch nicht nur die Stadtwerke, auch die »Geschichte« der Verkehrsbetriebe HH-Holstein als Partner für die RMVB wuchsen unter Engelmanns Geschick und fuhren somit nach Jahren erstmalig wieder Gewinn ein – und dann war da ja noch die schulische Entwicklung, die den Verwaltungschef sofort nach seiner Amtseinführung beschäftigte. Damals, direkt nach der Wahl, ist gerade das Gymnasium genehmigt worden. Die erste Aufgabe lag nun in der Finanzierung.

»Insgesamt können wir uns auf die Schulter klopfen«, freut sich Engelmann auch über die in jüngster Zeit schnelle Einigung der Schulform zur Gemeinschaftsschule, den Bau der Mensa und Sporthalle. »Das Schulzentrum ist top.« Auch die Gemeinsamkeit mit dem Lebenshilfewerk, das die gastronomische Bewirtschaftung der Mensa übernommen hat. Was ist das Erfolgsgeheimnis? »Gemeinsam (politisch) an einem Strang ziehen. Gerade im Bildungsbereich«, klärt Engelmann auf. All das kostet Geld und wie kommt es in den Stadtsäckel? Unter anderem gibt es die Gewerbesteuer, von der eine Stadt lebt. Doch nur allein darauf kann nicht gebaut werden. Engelmann plädiert dafür, die touristische Ausrichtung nicht zu vergessen, denn Mölln ist nicht mehr in der Lage großflächig Gewerbe anzusiedeln. Stattdessen Gesundheit und Wellness. Das Thema ist, »nicht total in die Überalterung zu fallen.« Man vergesse nicht den demographischen Wandel. Das Kinder- und Schulangebot und das Bildungssystem muss stimmen und reizvoll sein, um in Mölln zu leben. »Ohne gutes Angebot ist Mölln nicht mehr attraktiv für junge
Familien.« Bürgermeister – eine Aufgabe, die nicht viel Privatleben zulässt. Wie viel? »Das kann ich so genau nicht beziffern. Es ist kein Job, der mit vierzig Stunden abgewickelt werden kann. Gerade in der Kleinstadt lebt man mit der Nähe der Menschen. Viele Einladungen haben auch persönlichen Nutzen. Ich habe das persönlich nie aufgerechnet. Auch die Frau muss Toleranz mitbringen. Es ist ein familienfeindlicher Job. Ich bin froh, dass meine Kinder damals schon aus dem Haus waren«, berichtet Engelmann. So eine Aufgabe gehe nur mit einem »vernünftigen Zeitmanagement«. Hier standen dem Amtschef zwei Menschen zur Seite, die sozusagen Gold wert sind: Elke Spuler (Sekretärin) und Büroleiter Manfred Kolrus, der damals bei der Wahl Mitkonkurrent war. Trotzdem hat sich eine hervorragende Zusammenarbeit ergeben. »Beide haben ganz entscheidend zu meinem persönlichen Erfolg beigetragen.« Wie sieht die Zukunft aus? Nur ein Wort: »Rosig!« Doch man kann nicht von »180 auf null herunterfahren«, und so wird Engelmann sich viel der Familie und dem ehrenamtlichen Bereich (Gemeinschaftsstiftung Mölln, Synode und Kirchenkreisvorstand und der Beratung für die Lebenshilfe) widmen. Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger Jan Wiegels? Nicht die gleichen Worte, die ihn (und seine Vorgänger) bezüglich der gegenwärtigen Situationen erreichten: »Sie tun mir leid.« Nein, Jan Wiegels wünscht Engelmann, »dass er es schafft, seine eigenen Fußspuren zu finden und nicht den Vorgänger kopieren. Die erforderliche Offenheit und für die Mitarbeiter, dass er auch ein offener Vorgesetzter ist.«Wolfgang Engelmann hat immer zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger gehandelt. »Wir sind alle viel zu klein, dass jeder nur für sich denken kann.«



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