24-08-09
Zu gefährlich, um sie zu entschärfen
Von Olaf Kührmann
Boizenburg/Lauenburg - Bombenalarm in Boizenburg: Bei Straßenbauarbeiten in der Elbestadt hatten Arbeiter eine Fliegerpanzerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Das Gefährliche: Die Bombe konnte vor Ort nicht entschärft werden. Wartezeiten auf der Bundesstraße 5 zwischen Lauenburg und Boizenburg waren die Folge.
»Der Zünder der Bombe lag im Inneren des Geschosses, zu gefährlich, um sie zu entschärfen«, sagte Egon Gruhlich, Leiter des Boizenburger Polizeireviers. Sofort sperrten zahlreiche Funkstreifen- und Zivilstreifenwagen der Elbestadt den Fundort an der Galliner Straße in der Bahnhofsvorstadt. Weitere Funkstreifenwagen wurden aus Hagenow und Schwerin angefordert.
Mitarbeiter des Munitionszerlegungsbetriebes Jessenitz bei Lübtheen sahen sich das Geschoss an, entschieden: Die Fahrt in den etwa 40 Kilometer entfernten Betrieb ist zu gefährlich, die Bombe muss in Boizenburg gesprengt werden. Thomas Cogiel, Leiter des Munitionszerlegungsbetriebes: »Die 37,5 Kilogramm schwere Bombe enthält 6,5 Kilogramm TNT-Sprengstoff. Genug, um ein stabiles Gebäude zum Einsturz zu bringen.«
Funkstreifenwagen sperrten die etwa sechs Kilometer lange Strecke auf der Umgehungsstraße Richtung Lauenburg zu einer Kiesgrube im Boizenburger Ortsteil Vier. Ganz vorsichtig transportierten die Sprengstoff-Experten die Fliegerpanzerbombe mit einem Mercedes Vito zur Kiesgrube. Cogiel: »Wir haben in diesem Wagen einen gepanzerten Transportbehälter.«
Kurz nach 15 Uhr die Detonation: Die Jessenitzer Experten hatten das Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg fachgerecht gesprengt. Cogiel: »Das war übrigens schon die zweite Bombe dieser Art, die wir in Boizenburg entsorgen mussten.«
Nur wenige Minuten nach der Detonation rollten die Kolonnen polnischer Containerlaster, die die Autobahn wegen der Maut meiden, und alle anderen Kraftfahrzeuge wieder über die Bundesstraße 5.