18-09-09
Europäischer Milchexpress in Hornbek
Hornbek (vd) - Die Milchbauern stehen am Abgrund. Mit einem Milchpreis von weniger als 20 Cent pro Liter Milch ist die wirtschaftliche Existenz nicht zu halten. Im Juli 2008 betrug die Vergütung der Molkereien noch 31 Cent und Juli 2007 sogar 37 Cent. Die Bauern fordern einen Mindestpreis von 40 Cent zur Sicherung ihrer Lebensgrundlage. Günter Böckmann, Landesteamleiter des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter und Eigentümer von 65 Milchkühen, bestätigt: »Ein Milchpreis von 40 Cent wäre auskömmlich. Setzen wir uns mit unserer Forderung aber nicht durch, muss ich mir und meiner Familie einen anderen Broterwerb suchen.«
Ausgehend von Frankreich, klagen Milchbauern an verschiedenen europäischen Standorten massiv einen höheren Verkaufspreis ein. Preislich an die Wand gedrückt, gehen ihre Maßnahmen bis hin zum Lieferstopp. Auch Günter Böckmann hat seine Milchlieferung kürzlich eingestellt. In Hornbek fanden sich sieben Landwirte zur Protestaktion zusammen. Die Traktoren zogen die Güllewagen, die mit Milch gefüllt waren, auf ein nahes Feld, wo der Hahn aufgedreht wurde. Die weiße Milch versickerte im Acker. »Zu einem Preis von 19 Cent können wir die Milch gleich entsorgen …«
Die Ursache des Preisrückgangs von beinahe 50 Prozent sehen die Milchbauern einmal in der Milchquotenanhebung durch die Europäische Union, zum anderen haben auch andere Staaten wie die USA ihre Milchproduktion ausgeweitet. Staaten, die in der Vergangenheit massiv Milchprodukte aus Deutschland importierten wie Russland und China, verzeichneten Produktionssteigerungen.
Die Forderung der Milchbauern zielt daher neben der konkreten Anhebung der Milchpreise auch auf eine generelle Preissteuerung durch Regulierung der in der Europäischen Union produzierten Mengen ab.