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03-08-10

Internetverbindungen sollen schneller werden

 


Jürgen Brüll vom Amt Hohe Elbgeest hofft auf ein schnelles Internet in absehbarer Zeit.Foto: Thomas Bartel

Dassendorf (tba) – Wer in den zehn Gemeinden im sogenannten Hamburger Speckgürtel im Internet surfen, Downloads vornehmen oder einfach nur E-Mails verschicken möchte, muss Geduld aufbringen. »Teilweise sind nur Geschwindigkeiten von 2 Mbits/s oder weniger für Downloads möglich«, sagt Jürgen Brüll vom Amt Hohe Elbgeest, »und das ist einfach zu wenig. Die jetzige Situation nervt nicht nur die Bürger, sondern bedeutet auch einen Standortnachteil für Geschäftsleute und Betriebe, aber auch für die Verwaltungsorgane der Ämter«. Das alles soll sich allerdings in absehbarer Zeit ändern. Das ‚Zauberwort‘ heißt hier ‚Glasfaserkabel‘, »denn«, so Jürgen Brüll weiter, »nur Glasfaser kennt bei der Geschwindigkeit keine Grenzen«.


Aber diese Technologie hat ihren Preis. In einer vom Amt in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie kommen die Experten zu dem Ergebnis, dass es etwa sieben bis acht Millionen Euro kosten würde, Leitungen im gesamten Amtsgebiet zu verlegen, um alle Haushalte anbinden zu können. Eine Investition in dieser Höhe überfordert jedoch den Etat der Gemeinden. Auch ein Anbieter wie zum Beispiel die Deutsche Telekom zeigt wenig Interesse, diese Aktion in Eigenregie durchzu- führen und zu finanzieren. Eine von den Geesthachter Stadtwerken und einem privaten Anbieter erarbeitete Kostenschätzung ergab, dass von monatlichen Kosten in Höhe von etwa 60 Euro (‚Flatrate‘ für Telefon, Radio, Fernsehen und Internet) bei einer 60-prozentigen Anschlussquote auszugehen sei, wenn nach Ablauf von etwa 15 Jahren die Gewinnzone erreicht werden soll. Voraussetzung dieser Kostenschätzung ist, dass im gesamten Amtsbereich eine Glasfaserverlegung durch die Stadtwerke oder einer ähnlich konstruierten Firma erfolgt und dies ohne gemeindliche finanzielle Beteiligung. Bei der Endauswertung kam man aber zu dem Ergebnis, dass eine so hohe Anschlussqoute nicht erzielbar sei und damit das ehrgeizige Projekt auf diese angedachte Art und Weise nicht realisierbar ist.

 
»Viele Haushalte in den Gemeinden Aumühle, Börnsen, Escheburg, Wohltorf und Worth verfügen über einen Kabelanschluss«, sagt dann auch Jürgen Brüll, »und Kabel Deutschland bietet hier teilweise ein ‚Tempo‘ von bis zu 32 Mbits/s an, was viele Bürger für absolut ausreichend halten und somit auf die neue Technologie nicht zurückgreifen werden«.

 
Aber vom Tisch ist das Thema mit diesen Einschätzungen nicht. Der Amtsausschuss setzt jetzt auf Gelder aus Brüssel. Nach den Förderrichtlinien der EU können Mittel beantragt werden, um die sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke zwischen Investment und dem daraus zu erzielenden Ertrag auszugleichen. Im Klartext heißt das, ein privater Anbieter soll die Netze aufbauen, und damit sich dies für diesen lohnt, schießt die EU Gelder hinzu.
Im Amt Hohe Elbgeest sieht man dieses Procedere äußerst optimistisch. Und so soll umgehend ein Planungsbüro mit den Vorbereitungen beginnen und die Gemeinden sollen die Ausschreibungen für das nächste Haushaltsjahr veranlassen. Ob dies aber wirklich nun alles so schnell gehen wird, wie sich das einige Gemeindevertreter erhoffen, erscheint allerdings fraglich, weiß man doch, dass Brüssel bei einzelnen Entscheidungsfindungen nicht gerade »High-Speed« bewiesen hat.



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