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06-01-10

Wilfried Sadler ist »Sänger des Jahres 2010«

 


1. Vorsitzender Olaf Fries übergibt Wilfried Sadler den Pokal und gratuliert mit herzlichen Worten zum »Sänger des Jahren 2010«, links daneben Peter Groh.Foto: Gabriele Kasdorff

Geesthacht (gak) – Tradition wird bei der Geesthachter Liedertafel von 1862 hochgehalten und so wird wie jedes Jahr am 3. Januar der Arved-Kessler-Abend feierlich begangen. Der älteste Verein Geesthachts setzt damit ein ehrendes Andenken dem wohltätigen Mitglied des Männerchores der Liedertafel, der vor 14 Jahren verstarb und der Liedertafel ein beträchtliches Vermögen hinterließ.
Arved Kessler wäre am 3. Januar 103 Jahre alt geworden. Das Forsthaus Grüner Jäger war erfüllt von den kräftigen Stimmen der Sänger, als diese unter Leitung von Lars Bücker zur Begrüßung und Einstimmung einige Lieder darbrachten. Unter den honorigen Gästen des Traditionsvereins war Bürgermeister Volker Manow, der sich im Kreise der Sänger sichtlich wohl fühlte. »Ich war auch schon als 1. Stadtrat traditionsgemäß immer dabei«, berichtete er.

 
Seinerzeit in Begleitung des im vergangenen Jahr verstorbenen Bürgermeisters Ingo Fokken.


Olaf Fries erinnerte in seiner Rede an die fünf verstorbenen Mitglieder und bat die Gäste, sich zum Gedenken von den Plätzen zu erheben.
Höhepunkt des Arved-Kessler-Abends ist die seit 1988 durchgeführte Ehrung des »Sänger des Jahres«. Peter Groh, Bürgervorsteher der Stadt Geesthacht und »Sänger des Jahres 2009« oblag die ehrenvolle Aufgabe, den diesjährigen »Sänger des Jahres« bekannt zu geben. »Schon nach den ersten zwei Sätzen werdet ihr alle wissen, wer gemeint ist«, begann er seine Ansprache und in der Tat wandten sich alle Augen auf Wilfried Sadler. Dieser hatte in 2009 gerade das 50-jährige Bestehen seiner Eisenwarenhandlung gefeiert. Sichtlich gerührt nahm er den Wanderpokal aus den Händen des 1. Vorsitzenden Olaf Fries entgegen. »Damit hätte ich nie gerechnet, ich habe ganz feuchte Hände bekommen«, sagte dieser auf so wunderbare Weise bescheidene Mann. Der 1. Tenor singt in der Liedertafel seit 29 Jahren und seit fast zwölf Jahren führt er die Bücher als Kassenwart vorbildlich. »Ob der Pokal in meinem Geschäft oder zu Hause aufgestellt wird, weiß ich noch nicht«, sagte er lächelnd.
Nach vielen Gratulationen wurde der Grünkohl serviert und der gemütliche Teil mit Blasmusik der »Putenbieter« begann. Im Laufe des Abends brachte Siegfried Heinke das »Schweinelied«, wie es die Sänger nennen, oder »Das Schreiben und das Lesen« auf humoristische Weise dar, und auch das von Manfred Naumann gesungene »Wolga-Lied« war ein Genuss für die Sinne.
Natürlich durfte auch das Verlesen der Vergehen aus dem Wachbuch von Manfred Klopsch nicht fehlen. Der Wachbuchführer las die Sünden des Jahres 2009 mit einem Augenzwickern vor. So war ein Sänger bei einer Probe im Kleinen Theater Schillerstraße zu spät zur Probe gekommen, weil er sich an der Bar des Theaters ein Bier bestellt hatte. Amüsant auch das Vergehen von Henry Fischer, der nach einer Weihnachtsfeier in Lütau auf der Rückfahrt fragte: »Haben wir morgen den 6. Advent?« Ein Versprecher, denn am nächsten Tag war der 6. Dezember, 2. Advent und Nikolaus, wie Manfred Klopsch lachend berichtete.

 
Der Arved-Kessler-Abend war wie immer geprägt von herrlichem Gesang und heiterer Fröhlichkeit.



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