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05-05-09

»Unsere Vergangenheit ist verbrannt«

Feuer vernichtet Schießstand


Von dem traditionsreichen Schießstand ... Fotos: Inga Kronfeld

... blieb nur ein Haufen Asche übrig. Doch auch ohne Schießstand – das traditionelle Himmelfahrtsschießen wird stattfinden. In Zivil wird dann über die Zukunft beratschlagt werden.

Büchen (ik) – Was einst so hoffnungsvoll begann, nahm nun nach fast hundert Jahren ein jähes Ende. Der Schießstand des Schützenvereines Büchen und Umgebung ist abgebrannt. Das neue Jahrhundert war erst wenige Jahre überschritten, als eine Handvoll Pötrauer Männer den Schützenverein »Für Pötrau und Umgegend« gründeten und den Grundstock für den Schießstand legten. Es wurden zwei Gewehre und Munition beschafft und 1912 feierte man das erste Schützenfest – bis heute immer an den Pfingstfeiertagen – und schoss auch den ersten Schützenkönig aus.

Der Schießstand wuchs im Laufe der Jahre zu dem Gebäude, das uns heute so vertraut erschien: ein idyllisches Reetdachhäuschen, das den Schützen gleichzeitig als Vereinsheim diente. Viele Jahre leistete es den Schützen gute Dienste. Immer wieder renoviert und umgebaut, damit es den jeweiligen Verhältnissen und Sicherheitsanforderungen entsprach.

Zuletzt wurde vom Gesetzgeber im Außengelände über den Schießbahnen ein Dach verlangt, damit die Schüsse auch sicher ins Ziel gelangten und nicht unkontrolliert in den Himmel fliegen konnten. Gerade, als die Schützenbrüder damit beschäftigt waren und aufgrund dessen das Kleinkaliberschießen zum Schützenfest in Luftgewehrschießen umwandelten und den Königsschuss in diesem Jahr nicht mit dem KK ausführen wollten, nahm der ehrwürdige Schießstand ein »heißes« Ende: Er brannte bis auf die Grundmauern ab.

Was über Jahrzehnte gepflegt und gehegt wurde, vernichtete ein Feuer innerhalb weniger Stunden. Es war ja nicht nur der Schießstand, es war auch das Vereinsheim – das Zuhause des Vereines. Voller Erinnerungen bis in die Gründungszeit. Pokale, Plaketten, Ehrenscheiben und Bilder. Zeugen einer traditionsreichen Vergangenheit und Ehrungen an die Gründer, die hier nie in Vergessenheit gerieten. Das letzte traditionsreiche Stück wurde den Schützen zum Schützenfest 2008 überreicht: der alte »Stammtisch« aus der Waldhalle.

Ein derber und massiver Eichentisch, an dem die Männer über viele Jahre hinweg saßen und Karten spielten, Mittag aßen und sich viel erzählten. So manche (Tanz) Pause während des Königsballes wurde dort verbracht und auch viele Gespräche und Verhandlungen fanden an diesem Tisch statt. Mit großer Freude bekam dieser Tisch einen Ehrenplatz im Schießstand und fortan ging es dort genauso zu, wie einst in der Waldhalle. Jetzt gibt es ihn nicht mehr.

Er endete als ein Haufen Asche zwischen anderer Asche. Die Schützen sind tief erschüttert. »Unsere Vergangenheit ist verbrannt«, so Schützenoberst Dieter Brand. Doch trotz des vernichtenden Feuers verlieren die Schützen nicht ihren Mut. Das anstehende Schützenfest wird selbstverständlich in vollem Umfang gefeiert! Auch das vereinsinterne Himmelfahrtsschießen wird stattfinden – wenn auch ohne Schießen. Statt dessen wollen die Schützenbrüder sich zu Kaffee und Kuchen (und geräuchertem Fisch) treffen, um über die Zukunft zu beraten. Diesmal ohne Uniform, sondern in Zivil. Doch jetzt wird die Brandstelle erst einmal von der Kriminalpolizei auf die Brandursache untersucht und dann wird ein Sachverständiger von der Versicherung die genaue Schadenshöhe feststellen. Danach werden neue Pläne für die Zukunft geschmiedet.



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