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22-12-09

Wie die Raupe zum Schmetterling wird

Tanzschule »steps« veranstaltet Weihnachtsaufführung vor vollem Haus


Allemande. Foto: Verena Dylla

Büchen (vd) - Mit sichtlichem Vergnügen dreht sich die vierjährige Emily in ihrem Schneeflocken-Kleidchen. Mutter Aenja Tarasiuk erzählt, Emily habe selbst den Wunsch zu tanzen geäußert.

 »Tanz ist gut für die Koordination«, fügt sie hinzu. Zusammen mit 100 anderen Kindern im Alter von drei bis elf Jahren präsentiert Tanzschulleiterin Nicole Zimmermann das erste Mal ein großes Programm für Weihnachten in der Büchener Waldhalle. Es ist eine gemeinsame Veranstaltung der drei Niederlassungen der Tanzschule »steps« in Lauenburg, Müssen und Büchen.

»Heute sehen Sie keine perfekte Show, wir improvisieren, und das ist so gewollt, denn diese Veranstaltung ist von und für Kinder. Die Kinder haben heute die Gelegenheit, verschiedene Tanzstile kennenzulernen. Für alle in dieser Tanzschule ist der heutige Tag eine Premiere, das erste Mal tanzen sie auf einer echten Bühne. Alle haben einen neuen Tanz einstudiert. Zwischendurch muss ich die Markierung auf dem Boden ändern, denn jede Gruppe braucht eine andere Markierung.« Die Choreographie zu den Tänzen stammt von Nicole Zimmermann und ihrer Mitstreiterin, der Musikpädagogin Sara Menzel.

Den Auftakt des Abends bildet ein Hoftanz in getragenem Tempo, eine Allemande, die auch in der Barockzeit den Ball eröffnete. Ob die Deutschen – denn das bedeutet »Allemande« – als besonders würdevoll galten? Der Rhythmus in den Vorführungen steigert sich kontinuierlich. Schneeflocken wirbeln durch die Luft, der Tausendfüßler, dargestellt von 14 Büchener Tänzerinnen, streckt die hier auf 28 beschränkte Beinzahl rhythmisch von sich.

Die schnelle Tarantella stellt durch das gleichzeitige Schütteln des Tambourins mit der Hand eine besondere Anforderung an die Koordinierungs-gabe der Tänzer. Sie meistern sie spielerisch. Überhaupt scheinen die jungen Tänzer so etwas wie Lampenfieber nicht zu kennen, sondern bewegen sich sichtlich wohl auf der Bühne. Einen weiteren Höhepunkt bildet die Verwandlung der Raupen, die sich vorher dick und fett fressen, in Schmetterlinge. Auch zwei Jungen sind mutig genug, nur zu zweit aufzutreten. Sie ernten viel Applaus für ihre Darstellung der mit dem Dreizack kämpfenden Wassermänner.

Das etwa 400 Personen starke Publikum, vor allem Freunde und Verwandte der Tänzer, ist begeistert von der Darbietung wie auch einfach vom Zusammensein.

In der Pause herrscht ein ohrenbetäubender Lärm. Babys weinen, Kinder kreischen, die Jungen proben aneinander ihre Judotechniken auf der Matte vor der Bühne, wo während der Aufführung die Tänzer, die gerade pausieren, in Wartestellung verharren. Keine leichte Aufgabe für die Veranstalterinnen, aber Nicole Zimmermann hat ihre 100 Schützlinge voll im sanften Griff. Mit scharfem Auge findet sie diejenigen heraus, die ihrem Aufruf zur Vorbereitung in der Umkleide noch nicht gefolgt sind. Während der Tanzvorführungen stehen entweder sie oder Sara Menzel an der Seite der Bühne, um die junge Schar zu dirigieren.



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