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05-08-08

Büchens Kämmerer muss wohl seinen Hut nehmen

 


Ratlosigkeit? Die FBB-Fraktion mit Sylvia Schnakenbeck, Sandra Nicolaus und Thomas Kossatz (v. l.) zeigt sich geschockt nach der Suspendierung des Kämmerers.Foto: Peter Heinrich

Büchen (peh) – Zwar hatte der amtierende Bürgermeister Markus Räth (Uwe Möller ist im Urlaub) noch am Dienstag eine Pressemitteilung für Ende der Woche angekündigt, aber daraus wurde offensichtlich nichts. Die Spatzen pfeifen es trotzdem von den Dächern beziehungsweise durch den Blätterwald: Der Hauptausschuss hat in nicht öffentlicher Sitzung die fristlose Kündigung des Kämmerers Ralf Schnakenbeck beschlossen. Wenn man den Spatzen Glauben schenken darf, hat Schnakenbeck seine Pflichten grob verletzt und private sowie parteipolitische Dinge während der Dienstzeit erledigt. Doch genau da wird es ‧pikant: Ralf Schnakenbeck ist eben auch Vorsitzender der Freien Bürger Büchens, denen seit der Kommunalwahl der Makel des schnöden Mehrheitsbeschaffers nachhängt. Zusätzlich hatte eine FBB-Gemeinderätin außerhalb der politischen Bühne kürzlich für »nicht jugendfreie« Schlagzeilen gesorgt.
Fraktionsvorsitzender Thomas Kossatz habe bis zuletzt per einstweiliger Verfügung versucht, einen Beschluss über die Zukunft des Kämmerers im Hauptausschuss zu verhindern und die Beschlagnahmung der »heißen« Akten durch die Polizei zu erwirken, letztlich wohl ohne Erfolg.
Neben zwei Personalräten nahm übrigens auch Heinrich Haack von der Kommunalaufsicht an der Sitzung teil, um der rechtlich schwierigen Sache gerecht zu werden.
Büchens Verwaltung lehnt weiterhin jegliches Statement zu der Personalangelegenheit ab, weil es sich um ein schwebendes Verfahren handele. Aus diesem Grunde scheint unklar, an wen die Frage: »Warum wird hier ein Mensch öffentlich vorverurteilt?« während der Einwohnerfragestunde im Hauptausschuss gerichtet war. Markus Räth stellte zu Recht fest, dass sich Bürgermeister Uwe Möller öffentlich nicht geäußert habe. Sylvia Schnakenbeck (FBB), die auch im Hauptausschuss anwesend war, zeigte sich in der Gemeinderatssitzung geschockt. »Ich fühle mich persönlich angegriffen. Warum wird hier eine Familie zugrunde gerichtet?«, fand die Frau des (Ex-?) Kämmerers drastische Worte.
Für die Glaubwürdigkeit der Büchener Politik wäre es wünschenswert, dass das Feld nicht den Spatzen allein überlassen wird, sondern schnellstmöglich offizielle Informationen folgen, denn öffentlich ist der Vorgang dank der kleinen gefiederten Freunde sowieso schon. Die Menschen in Büchen dürften ein Recht auf die ganze und vor allem objektive Wahrheit haben, denn Zweifel könnten weiterhin Gerüchte schüren und einer erfolgreichen Gemeindearbeit abträglich sein. Daran kann nicht wirklich jemand interessiert sein.



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